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von Burgen, Kapellen und Klosterkirchen ...
Virtuelle Mediaevistik als Wissensvermittlung
Computerrekonstruktionen
oder CAD-Modelle nehmen in den historischen Disziplinen vor allem
aber in der Kunstgeschichte bzw. bauhistorischen Forschung einen immer
wichtigeren Platz ein. Es gibt kaum eine Museumspräsentation
oder Ausstellung, die ohne eine Computeranimation und einer Visualisierung
auskommt.
Was sind nun die Besonderheiten von CAD-Modellen, wie geht die historische
Wissenschaft besonders die Kunstgeschichte damit um? Was ist nützlich?
Was ist weniger wünschenswert? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt
der aktuellen Diskussion und harren dringend einer Antwort, angesichts
der raschen Hard- und Softwareentwicklung in der Multimediabranche.
Der Prozess einer exakten Rekonstruktion historischer Objekte am Computer
ist ein diffiziler - oft eine Gradwanderung zwischen methodischer
Exaktheit und Kompromisslösungen. Nicht nur für den Techniker,
sondern auch für die jeweilige wissenschaftliche Disziplin stellt
die Methode der Visualisierung, in welchem Detaillierungsgrad auch
immer, eine der größten Herausforderungen dar. Am Ende
steht aber dann ein Bild eines dreidimensionalen Objektes, das beim
User bzw. Betrachter Suggestionen erzeugt - allerdings die einzelnen
methodischen interdisziplinären Vorgänge, die dazu geführt
haben, lassen sich kaum mehr nachvollziehen.
Der gegenständliche Beitrag stellt diese Problematik in den Mittelpunkt
und bietet anhand einiger bereits visualisierter Objekte (Burg Starhemberg
in Niederösterreich, die Klosterbauten von Cluny I und II, die
ehemalige Dominikanerinnenkirche in Tulln, das Riesentor von Stephan
in Wien, die Virgilkapelle in Wien) Lösungsmöglichkeiten
an, wie exakte interdisziplinäre Forschung - die ja Voraussetzung
für eine qualitätsvolle Rekonstruktion ist - am virtuellen
Modell selbst abrufbar gemacht werden kann. Um dieses Konzept erfolgreich
umsetzen zu können, wurde dafür eine eigene Publikationsreihe
mit dem Namen "virtuelle Mediaevistik" gegründet, die
sich speziell dieser Aufgabenstellung annimmt.