Stefanie Samida
Institut f. Ur- u. Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters, Jüngere Abteilung
stefanie.samida@student.uni-tuebingen.de

Möglichkeiten und Grenzen "virtueller Museen"

Bis vor wenigen Jahren war das Museum ein Ort, das an einer Stelle lokalisiert und nur zu bestimmten Zeiten geöffnet war. Wer es besuchen wollte, musste sich selbst dorthin aufmachen und die Öffnungszeiten einhalten. Mittlerweile muss die Institution Museum aber nicht mehr abhängig von Raum und Zeit sein. Mit dem Medium "Internet" haben sich neue Möglichkeiten und Perspektiven eröffnet, die gleichfalls für kulturelle Einrichtungen, wie beispielsweise Museen, neue Wege in der Wissensvermittlung und Öffentlichkeitsarbeit bedeuten können.
Die Virtualisierung von Museen hat nun nicht nur das Ziel, reine Objekt- und Archivdatenbanken für den "virtuellen Besucher" anzubieten, sondern möchte ihm darüber hinaus auch die Objekte samt der zugehörigen Informationen ähnlich wie im realen Museum näher bringen. Immer häufiger fällt daher im Zusammenhang mit einer musealen Webpräsenz das Schlagwort "virtuelles Museum". Dabei gehen die Meinungen aber, was denn nun ein solches Museum sei und wie es auszusehen habe, weit auseinander. Einige Wissenschaftler und Museumsfachleute sprechen auch dann von einem "virtuellen Museum", wenn sich lediglich Auskünfte über Öffnungszeiten, Adresse und Eintrittspreise auf der Website finden lassen. Andere wiederum akzeptieren als "virtuelles Museum" nur jenes, welches einen mehr oder weniger großen Ausschnitt seiner realen Sammlung im Internet bereitstellt. Die Art also, wie sich Museen im World Wide Web präsentieren, ist sehr unterschiedlich.
In meinem Vortrag wird einerseits der Museumsbegriff bzw. der Terminus des "virtuellen Museums" im Vordergrund stehen. Denn im Gegensatz zum realen Museum unterliegt das "virtuelle Museum" den Stärken und Schwächen der Informationstechnologie, ist somit von der zukünftigen technischen Entwicklung abhängig. Zum anderen möchte ich anhand von Beispielen archäologischer Museen die verschiedenen Möglichkeiten darstellen, wie sich Museen im Internet präsentieren können.