Möglichkeiten
und Grenzen "virtueller Museen"
Bis vor
wenigen Jahren war das Museum ein Ort, das an einer Stelle lokalisiert
und nur zu bestimmten Zeiten geöffnet war. Wer es besuchen wollte,
musste sich selbst dorthin aufmachen und die Öffnungszeiten einhalten.
Mittlerweile muss die Institution Museum aber nicht mehr abhängig
von Raum und Zeit sein. Mit dem Medium "Internet" haben
sich neue Möglichkeiten und Perspektiven eröffnet, die gleichfalls
für kulturelle Einrichtungen, wie beispielsweise Museen, neue
Wege in der Wissensvermittlung und Öffentlichkeitsarbeit bedeuten
können.
Die Virtualisierung von Museen hat nun nicht nur das Ziel, reine Objekt-
und Archivdatenbanken für den "virtuellen Besucher"
anzubieten, sondern möchte ihm darüber hinaus auch die Objekte
samt der zugehörigen Informationen ähnlich wie im realen
Museum näher bringen. Immer häufiger fällt daher im
Zusammenhang mit einer musealen Webpräsenz das Schlagwort "virtuelles
Museum". Dabei gehen die Meinungen aber, was denn nun ein solches
Museum sei und wie es auszusehen habe, weit auseinander. Einige Wissenschaftler
und Museumsfachleute sprechen auch dann von einem "virtuellen
Museum", wenn sich lediglich Auskünfte über Öffnungszeiten,
Adresse und Eintrittspreise auf der Website finden lassen. Andere
wiederum akzeptieren als "virtuelles Museum" nur jenes,
welches einen mehr oder weniger großen Ausschnitt seiner realen
Sammlung im Internet bereitstellt. Die Art also, wie sich Museen im
World Wide Web präsentieren, ist sehr unterschiedlich.
In meinem Vortrag wird einerseits der Museumsbegriff bzw. der Terminus
des "virtuellen Museums" im Vordergrund stehen. Denn im
Gegensatz zum realen Museum unterliegt das "virtuelle Museum"
den Stärken und Schwächen der Informationstechnologie, ist
somit von der zukünftigen technischen Entwicklung abhängig.
Zum anderen möchte ich anhand von Beispielen archäologischer
Museen die verschiedenen Möglichkeiten darstellen, wie sich Museen
im Internet präsentieren können.