Vermessung
und Kartographie im Projekt Phliasia (Peloponnes, Griechenland)
Seit
1998 führt das Institut für Ur- und Frühgeschichte
der Universität Heidelberg zusammen mit der Forschungsstelle
Archäometrie der Heidelberger Akademie der Wissenschaften in
dem im Nordosten der Peleponnes liegenden Becken von Phlious eine
Oberflächenuntersuchung durch. Dieses interdisziplinäre
Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung
im Rahmen des Förderschwerpunktes "Neue naturwissenschaftliche
Methoden und Technologien in den Geisteswissenschaften" gefördert.
Eine der Hauptzielsetzungen des Projektes ist es, moderne archäologische
Surveymethoden einzusetzen, um eine wesentlich feiner ausgerichtete
Surveystrategie als die bisher in Südgriechenland angewendeten
zu entwickeln und zu testen. Dabei bot sich die Erforschung der fast
nur aus antiken Quellen bekannten Landschaft des Phliasischen Beckens
an. Die Feldarbeit umfasste die Begehung von Feldern in der Ebene
und die Erforschung der Hügelzonen. Anhand
der aufgenommenen Daten sollen auch Fragen nach der Besiedlungsdichte
und Siedlungsverlagerungen sowie etwa der Signifikanz von Fundstellengrößen
anhand von Keramik und Ziegelstücken untersucht werden.
Da mit hoher Präzision gearbeitet werden sollte, mussten für
die Bereiche der Begehung neue Karten angefertigt werden. Das betreffende
Gelände wurde mit Hilfe einer Totalstation neu eingemessen. Die
in einem CAD-Programm aufgearbeiteten Daten konnten so je nach Bedarf
in verschiedenen Maßstäben ausgedruckt werden.
Für eine wissenschaftliche Bearbeitung wurden die Karten so konzipiert,
dass die Resultate des archäologischen Surveys, die sich durch
die Funddichte der Artefakte darstellen, nicht nur pro Arbeitseinheit
(Feldteil), sondern statistisch richtig pro genormter Größeneinheit,
beispielsweise Ar [a] (1a = 10x10m) dargestellt werden. Dieses Vorgehen
ermöglicht es, Funddichten und Findspots zu ermitteln, die Indikatoren
für unter der Erde liegende Befunde darstellen.
Da die Begehungsmethoden den geologischen Gegebenheiten angepasst
wurden, wurde für die Hangregionen einerseits und die flachen
Bereiche in der Ebene andererseits jeweils eine eigene Vorgehensweise
entwickelt.
Zur besseren Verwaltung der begangenen Fläche schuf man von Anfang
an ein hierarchisches System, das den zwei verschiedenen Begehungssystemen
angepasst wurde.