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Die Steinzeit
ist die am längsten andauernde Epoche der menschlichen Urgeschichte.
Sie wird dreifach gegliedert: Altsteinzeit (Paläolithikum), Mittelsteinzeit
(Mesolithikum) und Jungsteinzeit (Neolithikum). Jeder Abschnitt wird wiederum
in feinere zeitliche Bereiche mit eigenen oft regional verschiedenen kulturellen
Erscheinungen unterteilt.
Der älteste Abschnitt ist die Altsteinzeit (bis 8.000 v.Chr.), die
einer vergangenen geologischen Epoche, dem quartären Eiszeitalter,
angehört. Die damals lebenden Menschen waren nichtsesshafte Jäger
und Sammler. Die bislang ältesten österreichischen Funde stammen
aus der Repolusthöhle bei Peggau/Stmk. und sind nahezu 300.000 Jahre
alt.
Das der Wiener Raum während der Altsteinzeit begangen wurde, zeigen
Tierknochen und Reste der Steingeräteherstellung, die im 13. Bezirk
(Titlgasse) gefunden wurden. Leider handelt es sich nicht um eindeutig
bestimmbares Material, so dass die Datierung ungewiss ist.
Die Mittelsteinzeit (8.000 - 6.000 v.Chr.) ist eine Periode in der sich
der Übergang von der unsteten Lebensweise der Altsteinzeit zur Sesshaftigkeit
der Jungsteinzeit vollzog. Die Funde aus dieser Zeit sind in ganz Österreich
noch relativ spärlich, allerdings stammen einige dieser wichtigen
Nachweise vom Bisamberg. Die Jungsteinzeit (6.000 - 2.200 v. Chr.) wird
in Alt-, Mittel, Spät- und Endneolithikum aufgegliedert. Damals begannen
sich die Menschen erstmals als Ackerbauern und Viehzüchter niederzulassen.
Für das Altneolithikum (6.000 - 4.950 v. Chr.) belegen aus fast ganz
Wien Streufunde sowie Siedlungsreste aus dem Wiental, Vösendorf und
Brunn
a. Geb. die Anwesenheit der ersten Bauern während der Linearbandkeramischen
Kultur. Die Gefäße der älteren Jungsteinzeit waren meist
von kugeliger Form und mit Liniendekor verziert, deshalb die Bezeichnung
Linearbandkeramik.
Im Mittelneolithikum (4.950 - 3.900 v. Chr.), das übrigens nicht
mit dem Mesolithikum (Mittelsteinzeit) verwechselt werden darf, wurde
während der Bemaltkeramischen Kultur (Lengyel Kultur) das zur Steingeräteherstellung
notwendige Silexmaterial (rötlichbrauner und grünlicher Radiolarit)
u.a. im 23. Bezirk in Mauer - Antonshöhe (Naturdenkmal) und am Roten
Berg im 13.Bezirk bergmännisch im Tagbau gewonnen. Als Silex wird
Steinmaterial bezeichnet, das sich zur Herstellung von scharfen Klingen
eignet. Gemeinsam sind dem Silexmaterial (chem.: SiO2), zu dem auch z.B.
auch Chalcedon, Obsidian (vulkanisches Glas) sowie natürlich der
bekannte Flint-/Feuerstein gehört, die glasartigen Eigenschaften
muschelig zu brechen und sehr scharfe Kanten zu bilden. Mit einigem Geschick
lässt sich sogar noch heute aus dem herumliegenden nicht mehr bergfrischem
und sprödem Abraummaterial eine brauchbare Klinge zuschlagen. In
den mit Abraum gefüllten Schächten der Hornsteingrube von Mauer-Antonshöhe
waren sieben Gräber (3 Frauen, 2 Männer und 2 Kinder) eingetieft,
die als Bestattungen der Bergleute und ihrer Familien angesehen werden.
Das Hornsteinbergwerk von Mauer-Antonshöhe ist einen Ausflug wert.
Mit der Buslinie 60A bis zur Kaserngasse und von dort ist der ehemalige
Steinbruch unweit der Raststätte "Schießstätte"
in ca. 20 gemütlichen Gehminuten erreichbar. Eingebunden in den Waldlehrpfad
sind oberhalb des ehemaligen Steinbruches einige Informationstafeln aufgestellt.
Das Jung- und Endneolithikum wird als Kupferzeit (3.900-2.300 v.Chr.)
bezeichnet und als eigene Epoche angesehen. Damals entwickelten sich durch
die neue Rohstoffnutzung komplexere gesellschaftliche Strukturen. Diese
kupferzeitlichen Traditionen bilden die Basis für die nachfolgenden
bronzezeitlichen Kulturen. Kupferzeitliche Funde stammen u.a. aus dem
6. (Gumpendorferstraße - Stadtbahnstation), 13. (Ober St. Veit -
Gemeindeberg), 21. (Eipeldauerstraße, Stadlau) und dem 22. Bezirk
(Aspern).
(S. Strohschneider-Laue)
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