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Eine Darstellung
von Schloss Kaiserebersdorf in Florenz
Die Bauforschung am Schloß Kaiserebersdorf kann sich auf ein äußerst
interessantes Bilddokument stützen, das aus Anlaß der Hochzeit
der Erzherzogin Johanna von Habsburg (1547 - 1578), der Tochter von Kaiser
Ferdinand I., und Herzog Francesco de Medici (1541 - 1587) im Dezember
1565 entstand. (Abb. 1)
Der Vater des Bräutigams, Herzog Cosimo I, hatte Giorgio Vasari (1511
- 1574), den Hofkünstler der Medici und Architekten der Uffizien,
mit der künstlerischen Leitung der Feierlichkeiten betraut. Vasari,
ein enger Freund Michelangelos (1475 - 1564), ließ die gesamte Stadt
mit Triumphbögen, Springbrunnen, Statuen, Heldendarstellungen und
anderem mehr schmücken, die größtenteils Huldigungen an
die Habsburger und die Medici darstellten. Da diese Werke durchwegs aus
Holz und Leinwand bestanden, wurden sie nach dem Ende der Hochzeitsfeier
entfernt und sind nicht erhalten.
Was jedoch erhalten blieb, ist die Ausgestaltung des Arkadenhofes im Palazzo
Vecchio, dem Sitz der Medici. Dieser wurde unter Vasaris Leitung von seinen
Schülern mit einem Zyklus mit 15 Ansichten von Städten und Residenzen
aus den habsburgischen Länder geschmückt. Neben Ebersdorf (Abb.
2), in der Bildunterschrift "Ebestorphium villa imperialis"
genannt, sind noch Sterzing, Prag, Passau, Stein (Krems), Klosterneuburg,
Graz, Freiburg im Breisgau, Linz, Preßburg, Wien, Innsbruck, Konstanz,
Wiener Neustadt und Hall in Tirol dargestellt. Eine im Hof angebrachte
Tafel nennt Giovanni Lombardi, Cesare Baglioni und Sebastiano Veronese
als ausführende Maler, die Zuordnung von Bildern zu den Künstlern
ist trotz aller Versuche bisher noch nicht gelungen.
Zeitgenössische Quellen belegen die Probleme bei der Beschaffung
der Vorlagen, über die heute nur wenig bekannt ist. Dies ist um so
bedauerlicher, als sie vor allem für die Datierung der jeweiligen
Stadtansicht wichtig wären, die nun in jedem einzelnen Fall über
Vergleiche mit anderen historischen Quellen versucht werden muß.
So ist etwa auf dem Ebersdorfer Fresko der Zöglingstrakt noch nicht
abgebildet, der aber nach den Schriftquellen bereits um die Mitte des
16. Jh. entstanden sein dürfte. Das kann nun entweder bedeuten, dass
die Vorlage für das Fresko vor dessen Baubeginn entstand, oder aber
die Datierung des Baues später anzusetzen ist.
Darüber hinaus machen Änderungen an den Fresken, die im Zuge
mehrerer Restaurierungen passierten, eine gewisse Vorsicht bei der Beurteilung
von Details notwendig.
Im Fall von Ebersdorf stimmt aber die Abbildung in wesentlichen Punkten
mit den Ergebnissen der Grabungen und der Bauforschung überein, was
den Wert dieser ältesten bildlichen Quelle zum Schloss Ebersdorf
unterstreicht.
(Projektteam
Kaiserebersdorf, Forschungsgesellschaft Stadtarchäologie)
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