Aktuelle Grabungen der
FORSCHUNGSGESELLSCHAFT WIENER STADTARCHÄOLOGIE
 
 
 
1., Neuer Markt

Die FORSCHUNGSGESELLSCHAFT WIENER STADTARCHÄOLOGIE ist mit der Durchführung der archäologischen Untersuchungen im Zuge der Bauarbeiten für die Tiefgarage Neuer Markt beauftragt. Dieser Auftrag erstreckt sich auch auf die Bauaufnahme der Kellerbereiche in den Häusern Neuer Markt No. 2, 4, 9, 10/11, 14 und 16, die vom Garagenkörper betroffen und in der folge abgebrochen werden.

Seit 2004 wird diese bauhistorische Analyse und Dokumentation nun sukzessive durchgeführt, ausständig sind noch einzelne Kellerbereiche in den Häusern Neuer Markt 9 und 5. Abgeschlossen wurde gerade die Aufnahme der Brunnenstube unter dem "Donnerbrunnen".

Brunnenstube wird der Raum genannt, in dem die Zuleitungen und technischen Apparaturen zur Wasserversorgung eines Brunnens untergebracht sind.  Bei der Brunnenstube des Donnerbrunnens handelt es sich um einen durch Längs- und Quertonnen überwölbten und aus Ziegeln gemauerten Raum direkt unterhalb des Brunnenbeckens. Von hier aus werden Brunnen und Wasserspeier mit Wasser versorgt.

Während des 2. Weltkrieges wurde der Brunnen durch einen Bombentreffer schwer beschädigt, aber schon 1948 wird in einer Gemeinderatssitzung darauf hingewiesen, dass die Brunnenstube bereits wieder instandgesetzt wurde und die Restaurierung der Skulpturen voranschreitet. Lediglich der gleichfalls zerstörte Granitsockel konnte zu dieser Zeit noch nicht ersetzt werden, da geeignetes Material " ... derzeit nicht beschafft werden kann."

(E.H. Huber, Forschungsgesellschaft Wiener Stadtarchäologie)

 

 

Fotos: Rudi Huber/Forschungsgesellschaft Wiener Stadtarchäologie  


Der durch einen Bombentreffer schwer beschädigte Brunnen.
Foto aus: Hans Riemer, Perle Wien. Erschienen 1946 im Verlag Jugend & Volk.